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Produktion - Phase 1: Stammdaten & Schedule

Einleitung

Phase 1 der neuen Produktionsplanung legt das Fundament: Maschinen, Jobprofile und Rezepte. Diese Stammdaten definieren, wie Rezepte und Ressourcen erfasst und Produktionskosten vorkalkuliert werden – und bilden die Grundlage für den Scheduler, der daraus automatisch einen Produktionsplan erstellt.

Diese Dokumentation beschreibt die neuen und erweiterten Felder sowie den Scheduler.


Ressourcen einrichten

Bevor Rezepte aufgesetzt werden können, müssen die verfügbaren Ressourcen eingerichtet sein: Maschinen und Jobprofile. Diese definieren, welche Kapazitäten dem Scheduler (Ablaufplanung pro Linie) zur Verfügung stehen und welche Einschränkungen er berücksichtigen muss.

Maschinen

Unter Produktion > Maschinen werden alle Produktionsanlagen erfasst. Die Übersicht zeigt alle Maschinen mit Name, Typ, Produktionsstandort, Produktionslinie und Status.

Voraussetzung: Einstellungen

Bevor eine Maschine erstellt werden kann, müssen folgende Stammdaten unter Produktion > Einstellungen vorhanden sein:

Einstellung

Beschreibung

Maschinentyp

Kategorisiert die Maschine (z.B. Fritteuse, Knetmaschine). Wird für die Ressourcenzuweisung im Rezept verwendet.

Produktionsstandort

Der physische Standort, dem die Maschine zugeordnet ist (z.B. Bäckerei, Feingebäck).

Produktionslinie

Die Linie innerhalb eines Standorts, auf der die Maschine betrieben wird (z.B. Feingebäck Fritteuse).

Diese Werte werden beim Erfassen der Maschine als Pflichtfelder benötigt.

Stammdaten

Eine neue Maschine wird über Maschine erstellen erfasst.

Feld

Beschreibung

Name

Bezeichnung der Maschine, z.B. «Friteuse I»

Maschinentyp

Typ der Maschine gemäss Einstellungen

Produktionsstandort

Standort, dem die Maschine zugeordnet ist

Produktionslinie

Linie innerhalb des Standorts

Stundensatz

Betriebskosten der Maschine in CHF/h – fliesst in die Kostenkalkulation des Rezepts ein

Tags

Freie Schlagwörter zur Kategorisierung und Filterung

Richtlinien

Im Tab Richtlinien werden Rüst- und Reinigungszeiten definiert. Der Scheduler plant diese automatisch ein, sobald der jeweilige Auslöser eintritt.

Feld

Beschreibung

Beschreibung

Bezeichnung der Massnahme, z.B. «Öl aufheizen»

Dauer

Zeitdauer der Massnahme in Minuten

Auslöser

Bedingung, die diese Massnahme auslöst (siehe unten)

Personalbedarf

Benötigte Fähigkeit und Anzahl für diese Massnahme

Auslöser

Beschreibung

Tagesbeginn

Wird eingeplant, wenn die Maschine erstmals an diesem Tag in Betrieb genommen wird – unabhängig davon, wann die Produktionslinie startet. So werden z.B. unnötige Energiekosten vermieden.

Immer

Wird zwischen jedem Produktionsauftrag auf dieser Maschine eingeplant.

Produktwechsel

Wird eingeplant, wenn ein anderes Produkt auf dieser Maschine folgt.

Allergenwechsel

Wird eingeplant, wenn das folgende Produkt ein anderes Allergenprofil hat.


Jobprofile

Unter Produktion > Jobprofile werden die Berufsprofile der Mitarbeitenden erfasst. Die Übersicht zeigt alle Profile mit Jobprofil Name, zugewiesenen Fähigkeiten und Status.

Voraussetzung: Einstellungen

Bevor ein Jobprofil erstellt werden kann, müssen folgende Stammdaten unter Produktion > Einstellungen vorhanden sein:

Einstellung

Beschreibung

Fähigkeit

Tätigkeiten, die einem Jobprofil zugewiesen werden können, z.B. Kneten, Frittieren, Füllen. Wird im Rezept pro Arbeitsschritt als Anforderung an das Personal hinterlegt.

Stammdaten

Ein neues Jobprofil wird über Jobprofil erstellen erfasst. Im ersten Schritt wird nur der Name vergeben. Fähigkeiten, Stundensatz und Tags werden anschliessend im Detailscreen ergänzt.

Feld

Beschreibung

Name

Bezeichnung des Jobprofils, z.B. «Bäcker», «Konditor»

Fähigkeiten

Tätigkeiten, die dieses Profil ausführen kann. Ein Profil kann mehrere Fähigkeiten haben. Der Scheduler weist Arbeitsschritte nur Jobprofilen zu, die die benötigte Fähigkeit besitzen.

Stundensatz

Personalkosten in CHF/h – fliesst in die Kostenkalkulation des Rezepts ein

Tags

Freie Schlagwörter zur Kategorisierung und Filterung


Rezept

Wird Neue Produktion verwenden im Tab Rezept aktiviert, stehen zusätzliche Felder zur Verfügung. Diese liefern dem Scheduler die nötigen Informationen für die Ablaufplanung. Alle anderen Tabs bleiben unverändert. Nachfolgend sind nur die neuen Felder dokumentiert.


Zutaten

Verknüpfungstyp

Der Verknüpfungstyp definiert, wie die Produktion einer Zutat zeitlich mit dem vorliegenden Rezept verknüpft wird – d.h. wann die Zutat bereit sein muss, damit das Hauptrezept starten oder weiterlaufen kann.

Beispiel: Der Berliner Rohling ist eine Zutat im Rezept «Berliner Konfi Himbeer». Mit dem Verknüpfungstyp «Ende-Anfang» wird sichergestellt, dass der Rohling fertig produziert ist, bevor die Weiterverarbeitung beginnt.

Typ

Beschreibung

Ende-Anfang

Die Zutat muss vollständig produziert sein, bevor das Hauptrezept starten kann. Standardfall.

Anfang-Anfang (%)

Die Produktion des Hauptrezepts startet versetzt, um einen prozentualen Anteil der Gesamtdauer der Zutat.

Anfang-Anfang (Min.)

Die Produktion des Hauptrezepts startet versetzt, um eine fixe Anzahl Minuten der Zutat.

Verknüpfungstyp oder Losgrösse?

Beide Ansätze können steuern, wann eine Teilmenge weiterverarbeitet werden kann – sie funktionieren aber unterschiedlich:

Ansatz

Wann sinnvoll

Losgrösse

Wenn der Produktionsauftrag in mehrere unabhängige Lose aufgeteilt werden soll – jedes Los wird separat geplant und rückgemeldet.

Verknüpfungstyp

Wenn Teilmengen innerhalb eines Auftrags fliessend weiterlaufen können – z.B. sobald ein Blech Rohlinge geruht hat, kann es direkt weiterverarbeitet werden, ohne den gesamten Auftrag abzuwarten.


Ausgänge / Nebenprodukte

Jedes Rezept hat mindestens einen Ausgang – das Primärprodukt. Nebenprodukte und Prozessverluste können bereits heute als Stammdaten erfasst werden und sind Teil der Grundlage für die weitere Produktionsplanung.

Typ

Beschreibung

Primärprodukt

Das Hauptprodukt des Rezepts. Mengenfaktor und Einheit definieren den erwarteten Output.

Nebenprodukt

Ein verwertbares Nebenprodukt, das bei der Produktion anfällt. Pro Nebenprodukt wird definiert, welcher Artikel damit an Lager gelegt werden soll. Die Lagerbestandslogik ist in einer späteren Phase geplant.

Prozessverlust

Nicht verwertbarer Verlust, der bei der Produktion entsteht – z.B. Teig, der in der Maschine verbleibt. Die automatische Abschreibung bei der Auftragsrückmeldung ist in einer späteren Phase geplant.

Toleranz

Akzeptabler Schwankungsbereich der erwarteten Nebenprodukt- oder Verlustmenge in Prozent. Beispiel: Erwarteter Verlust 2.5%, Toleranz 10% – akzeptierter Bereich 2.25%–2.75%. Die Auswertungslogik ist in einer späteren Phase geplant.


Fertigung

Fertigungsmenge

Die Fertigungsmenge ist die Referenzgrösse, auf die sich alle Zeiten und Ressourcen im Rezept beziehen. Sie ist losgelöst von der Losgrösse – diese bestimmt, wie Produktionsaufträge aufgeteilt werden, hat aber keinen Einfluss auf die Rezeptzeiten selbst.

Arbeitsschritte

Arbeitsschritte definieren die einzelnen Produktionsschritte des Rezepts. Sie werden über Schritt hinzufügen erfasst. Pro Schritt werden Maschinen- und Personalkosten ausgewiesen.

Feld

Beschreibung

Beschreibung

Bezeichnung des Schritts, z.B. «Teig kneten»

Dauer

Gesamtdauer des Schritts in Minuten. Wird auf Schrittebene angegeben, wenn weder Maschinen- noch Personalressourcen benötigt werden – z.B. bei Ruhezeiten wie der Stückgare.

Skalierungstyp

Definiert wie die Dauer mit der Losgrösse skaliert (siehe unten)

Maschinenressourcen

Maschinentyp und Laufzeit für diesen Schritt

Personalressourcen

Benötigte Fähigkeit und Arbeitszeit für diesen Schritt

Skalierungstyp

Beschreibung

Linear

Die Dauer skaliert proportional mit der Losgrösse – z.B. Rohlinge formen dauert länger, je mehr Bleche produziert werden

Fix

Die Dauer bleibt unabhängig von der Losgrösse konstant – z.B. Stückgare dauert immer 45 min

Kosten

Pro Arbeitsschritt werden Maschinenkosten, Personalkosten, Gesamtkosten und Kosten pro Einheit separat ausgewiesen. Der Kostensplit ist direkt mit dem Skalierungstyp verknüpft:

  • Ein linearer Schritt – z.B. Füllen – skaliert mit der Menge. Die Gesamtkosten steigen proportional, die Kosten pro Einheit bleiben konstant.

  • Ein fixer Schritt – z.B. Frittieren – hat konstante Gesamtkosten. Bei grösseren Losen sinken damit die Kosten pro Einheit.


Scheduler – Ablaufplanung

Der Scheduler ist unter Produktion > Timefold Schedule zugänglich. Er plant Produktionsaufträge automatisch ein, basierend auf den im Rezept definierten Arbeitsschritten, Ressourcen und Richtlinien. Das Ergebnis ist in zwei Ansichten sichtbar: der Ablaufplanung pro Linie und dem Ressourcenbedarf.

Ablaufplanung pro Linie

Die Ablaufplanung zeigt pro Produktionslinie die eingeplanten Aufträge in chronologischer Reihenfolge. Jede Linie wird als separate Spalte dargestellt.

Pro Auftrag sind sichtbar:

  • Produktname und Menge

  • Zeitfenster (von – bis)

Rüst- und Reinigungsschritte gemäss den Maschinenrichtlinien werden automatisch eingeplant und separat ausgewiesen – z.B. «Schüssel & Haken einsetzen» oder «Öl aufheizen». Sie erscheinen nur, wenn der entsprechende Auslöser zutrifft.

Der Toggle Zwischenschritte anzeigen steuert, ob diese Schritte in der Ansicht ein- oder ausgeblendet werden.

Ressourcenbedarf

Der Ressourcenbedarf zeigt, wie Maschinen und Fähigkeiten über den Zeitverlauf ausgelastet sind.

Maschinen (oberer Bereich): Pro Maschine wird der Zeitraum der Belegung angezeigt – inkl. Rüstschritte.

Fähigkeiten (unterer Bereich): Pro Fähigkeit wird angezeigt, wie viele Jobprofile mit dieser Fähigkeit verfügbar sind und wie viele zu welchem Zeitpunkt eingesetzt werden – z.B. «Frittieren 2/2» bedeutet: 2 Jobprofile mit der Fähigkeit Frittieren verfügbar, beide sind eingeplant.

Die Zahl in den Balken zeigt die Anzahl gleichzeitig eingesetzter Jobprofile. Diese verändert sich über den Tag – je nachdem welche Aufträge parallel laufen.

Ablaufplanung auslösen

Während der Testphase kann der Scheduler über Trigger scheduler manuell ausgelöst werden. Dies ermöglicht es, Änderungen an den Stammdaten direkt zu beobachten und den resultierenden Plan zu validieren – z.B. was passiert, wenn ein Jobprofil inaktiv gesetzt wird oder eine Maschine wegfällt. Ziel ist es, die Stammdaten so einzurichten, dass der generierte Plan der eigenen Realität entspricht.

Je nach Art der Änderung gelten unterschiedliche Voraussetzungen:

Änderung

Was muss getriggert werden

Maschinen oder Jobprofile

Nur Scheduler

Rezeptstammdaten

Zuerst Produktionslauf (Produktion > Aufträge), danach Scheduler

Im Live-Betrieb entfällt der manuelle Trigger. Der Scheduler wird automatisch ausgelöst, sobald der Produktionslauf getriggert wird – in der Regel einmal pro Tag.