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Produktion- Losgrössen (Mengenregeln für Produktionsaufträge)

Hinweis: Dieses Update gilt nur für Kunden mit manueller Produktionsplanung.
Manuelle Produktionsplanung liegt vor, wenn entweder:

  • die Planung über "Produktion" > "Aufträge" > "Produktionslauf starten" manuell angestossen wird oder

  • ein automatisierter Task eingerichtet ist, der die Planung zu einem definierten Zeitpunkt startet.

Losgrössen legen fest, wie aus dem Produktionsbedarf Produktionsaufträge generiert werden – sei es weil eine Maschine eine Mindestmenge benötigt, eine Produktion sich erst ab einer bestimmten Menge lohnt oder ein Ofen nur begrenzt Platz hat. Die Konfiguration erfolgt pro Rezept in den Stammdaten im Tab Rezept unter Fertigung.


Die drei Felder

Mindest-Produktionsmenge – Kleinste Menge für den ersten Auftrag des Tages (Workcycle). Liegt der Bedarf darunter, wird aufgerundet.

Maximale Losgrösse – Obergrenze pro Produktionsdurchlauf. Übersteigt der Bedarf diesen Wert, teilt das System automatisch in mehrere Aufträge auf.

Nächstes Vielfaches von – Rundet jeden Auftrag auf das nächste Vielfache auf.


Beispiel: Gipfeli

Stammdaten (1 Stk Gipfeli = 100 g Teig)

Stufe

Artikel

Min

Max

Vielfaches

1

Gipfeli

100 Stk

1'000 Stk

20 Stk

2

Gipfeli Rohling

3

Gipfeli Teig

10 kg

100 kg

1 kg

Szenario 1: Bedarf = 80 Stk

Stufe

Effektiver Bedarf

Propagiert

Regel

Produktionsauftrag

1 – Gipfeli

80 Stk

Min 100 Stk greift

100 Stk
(1 Auftrag)

2 – Rohling

80 Stk

+20 Stk

keine Losgrösse

100 Stk
(1 Auftrag)

3 – Teig

8 kg

+2 kg

Min 10 kg greift

10 kg
(1 Auftrag)

Szenario 2: Bedarf = 1'010 Stk

Stufe

Effektiver Bedarf

Propagiert

Regel

Produktionsauftrag

1 – Gipfeli

1'010 Stk

Max 1'000 Stk + Vielfaches 20 Stk

1'000 + 20 Stk
(2 Aufträge)

2 – Rohling

1'010 Stk

+10 Stk

keine Losgrösse

1'020 Stk
(1 Auftrag)

3 – Teig

101 kg

+1 kg

Max 100 kg greift

100 + 2 kg
(2 Aufträge)


Propagierung durch die Rezeptstufen

Im Rezept sind die Stufen hierarchisch angeordnet: Das Endprodukt steht oben (Stufe 1), die Halbfabrikate und Rohstoffe darunter.

Stufe 1 – Gipfeli (Endprodukt)
    └── Stufe 2 – Gipfeli Rohling (Halbfabrikat)
            └── Stufe 3 – Gipfeli Teig (Rohstoff)

Die Planung läuft von oben nach unten: Das System berechnet zuerst den Auftrag für Stufe 1. Die dabei tatsächlich geplante Menge – also nach Anwendung aller Losgrössen-Regeln – wird als Bedarf an Stufe 2 weitergegeben, und so weiter bis zur untersten Stufe.

Szenario 1 (Bedarf 80 Stk):

  • Stufe 1: Der Bedarf von 80 Stk liegt unter der Mindest-Produktionsmenge von 100 Stk → Auftrag wird auf 100 Stk aufgerundet.

  • Stufe 2: Erhält die propagierte Menge von 100 Stk. Da keine Losgrössen definiert sind, wird exakt dieser Bedarf produziert → 1 Auftrag über 100 Stk.

  • Stufe 3: 100 Stk entsprechen 10 kg Teig. Das trifft genau die Mindest-Produktionsmenge → 1 Auftrag über 10 kg.

Szenario 2 (Bedarf 1'010 Stk):

  • Stufe 1: Der Bedarf von 1'010 Stk übersteigt die maximale Losgrösse von 1'000 Stk. Die restlichen 10 Stk werden auf das nächste Vielfache von 20 aufgerundet → 2 Aufträge: 1'000 + 20 Stk = 1'020 Stk total.

  • Stufe 2: Erhält die propagierte Gesamtmenge von 1'020 Stk. Da keine Losgrössen definiert sind → 1 Auftrag über 1'020 Stk.

  • Stufe 3: 1'020 Stk entsprechen 102 kg Teig. Die maximale Losgrösse von 100 kg greift → 2 Aufträge: 100 + 2 kg.

Achtung: Losgrössen über Stufen abstimmen

Jede Rezeptstufe wendet ihre Losgrössen-Regeln eigenständig auf die von oben propagierte Menge an – ohne Rücksicht darauf, ob das Ergebnis zur übergeordneten Stufe passt. Das kann zu unerwarteten Übermengen führen, wenn die Regeln nicht aufeinander abgestimmt sind.

Beispiel: Stufe 1 hat ein Vielfaches von 13, Stufe 2 ein Vielfaches von 12. Bei einem Bedarf von 12 Stk rundet Stufe 1 auf 13 auf. Stufe 2 erhält die propagierte Menge von 13 – da aber das nächste Vielfache von 12 bereits 24 ist, rundet das System auf 24 auf. Es werden also 11 Stk mehr produziert als von Stufe 1 benötigt.

Diese überschüssigen 11 Stk werden nicht zurück nach oben propagiert. Die Produktion muss selbst entscheiden, was damit geschieht – ob die z.B. an Stufe 1 weitergegeben werden und diese ihren Auftrag manuell erhöht, Netto-Menge auf Stufe 1 manuell erhöht wird oder um die Idealerweise ist das Vielfache einer vorgelagerten Stufe ein Teiler oder ein Vielfaches der nachgelagerten Stufe.